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Gerhard Oppitz ist Pianist in der Tradition der “deutschen” Klavier-Titanen des 20.Jahrhunderts – eines Wilhelm Kempff, Claudio Arrau oder Wilhelm Backhaus.

“Oppitz ist bezwingende Klarheit wichtiger als das Anhäufen virtuoser Erfolgsmomente”(Hamburger Abendblatt). Die “Welt” attestierte seinem Brahms­ Spiel “schwärmerischeKlarheit”, die Süddeutsche Zeitung schrieb (über ein Konzert in München im April 2018):“Eine klassische und wunderbare Art, Beethoven zu spielen.”

Seine internationale Karriere nahm 1977 ihren Anfang, als er als erster Deutscher denbegehrten Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv gewann. Der neunzigjährige Rubinsteinselbst sass in der Jury. Konzertreisen durch Europa, Japan und die USA folgten. 1978nahm Oppitz die erste von zahlreichen Schallplatten auf, unterdessen umfasst seineDiskographie 78 CDs. 1981 wurde Oppitz eine Professur an der Musikhochschule Münchenangeboten, die er bis 2012 hielt.

Gerhard Oppitz hat im Laufe seines Künstlerlebens immer wieder mit legendären Dirigentenmusiziert – mit Carlo Maria Giulini, Eugen Jochum, Wolfgang Sawallisch, Charles Dutoit,Dimitri Kitaenko, Herbert Blomstedt, Marek Janowski, Sir Colin Davis, Sir Neville Marriner,Paavo Järvi, Lorin Maazel, Zubin Mehta und Riccardo Muti. CD- und Videoaufnahmendokumentieren diese glückliche Zusammenarbeit.

Oppitz hat immer wieder vollständige Werkzyklen im Konzert gespielt – Bachs “Wohltemperiertes Klavier”, die Sonaten von Beethoven, Schubert und Mozart, und vorallem das Klavierwerk von Johannes Brahms. In Europa, den USA und Japan führte ermehr als dreissigmal den kompletten Brahms-Zyklus auf. Beim Rheingau­ Musikfestivalspielte er alle Solowerke Schuberts in elf abendfüllenden Programmen. Seiner 1990erschienenen Gesamtaufnahme mit sämtlichen Klavierwerken von Brahms folgte 1993 eineEinspielung der beiden Brahms-Klavierkonzerte mit Sir Colin Davis, sowie eine Serie vonsieben CDs mit den Klavierkompositionen von Edvard Grieg zu dessen 150. Geburtsjahr.Seine Aufnahme der Beethoven­Klavierkonzerte aus den Jahren 1995 und 1996 mit demLeipziger Gewandhausorchester unter Marek Janowski ist exemplarisch. 1997 wurde Oppitz’Aufnahme sämtlicher Werke für Klavier und Orchester von Carl Maria von Weber, ebenfallsmit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Colin Davis,veröffentlicht. Zuletzt erschienen alle Sonaten Beethovens und alle Sonaten Schubertssowie eine CD mit japanischer Klaviermusik. Im Anschluss an eine bereits veröffentlichteAufnahme aller Werke Schumanns für Klavier und Orchester mit den BambergerSymphonikern unter der Leitung von Marc Andreae ist zur Zeit eine Einspielung derSolowerke Schumanns im Entstehen.

Gerhard Oppitz erhielt 2009 den Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig­Holstein, mit dem zuvor Leonard Bernstein und Lord Yehudi Menuhin ausgezeichnet wordenwaren. Seit 2014 ist er Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft undKunst, der höchsten Auszeichnung des Freistaats Bayern, mit dem im Jahr 1873 JohannesBrahms geehrt worden war.